Kinderoper

Kinder und Jugendliche in einen künstlerischen Prozess mit einzubeziehen, ist die wahrscheinlich beste Art, sie dafür nachhaltig zu begeistern.

Die Uckermärkische Kulturagentur hat in den Jahren 2007, 2009  und 2011 jeweils eine Kinderopernproduktion mit sehr großem Erfolg durchgeführt. 

Grundlegende Voraussetzungen für die Produktionen ist die professionelle Betreuung in allen künstlerischen Bereichen und die Bereitschaft aller Teilnehmer, intensiv an dem gemeinsamen künstlerischen Ziel zu arbeiten. Auf der Bühne stehen ausschießlich Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren, im Orchestergraben spielt das Preußische Kammerorchester zusammen mit fortgeschrittenen Instrumentalisten, hinter der Bühne agieren neben der Regisseurin, der Choreographin, den Bühnen-  und Kostümbildnern und den Belleuchtern Jugendliche als Assistenten, die in ihre verantwortungsvollen Aufgaben hereinwachsen.  

 

Informationen zu den einzelnen Kinderopernproduktionen:

"Cinderella" von Peter Maxwell Davies · 2007

Zum Stück:
Die Kinderoper "Cinderella" ist so konzipiert, dass sie von Kindern durchgeführt werden kann. Musikalisch ist das Stück als heiter-witzige Folge von Liedern, Chören, Dialogszenen und Tänzen (von einem schottischen Tanz über Boogie-Woogie bis zum Walzer) angelegt und sehr abwechslungsreich. Alle Orchesterpartien werden von Kindern gespielt. Besondere Aufmerksamkeit verwendete Davies auf die rhythmische Ausarbeitung seiner Partitur. Neben reichen, differenziert eingesetzten Perkussionsinstrumenten behandelte er auch die Sprache gleichsam als zusätzliches "Instrument", das sich der Rhythmik teilweise so anpasst, dass es zu reizvollen Verschiebungen der gewohnten Wortbetonung kommt. Das durchkomponierte Werk trägt den Untertitel „pantomimische Oper“. Die „pantomimes“ gehören zu einer in England um die Weihnachtszeit beliebten Gattung, der meist bekannte Märchenvorlagen zugrunde liegen. Zum Charakter der Stücke gehören komische Figuren und witzige Situationen. Das Stück ermöglicht auch durch die verschieden einzusetzenden Anspielungen auf regional Bekanntes reichlich Gelegenheit zu humorvoller Gestaltung. Peter Maxwell Davies hat die Oper 1979 für Schüler auf den Orkney Inseln - seiner Heimat- komponiert. "Cinderella" ist sein  bekanntestes und erfolgreichstes Werk für Kinder.

Handlung:
Davies gestaltete den bekannten Märchenstoff vom Aschenputtel sowohl nach der französischen Vorlage von Charles Perrault wie auch nach der Fassung der Gebrüder Grimm und versetzte ihn teilweise in die Gegenwart. Cinderella ist ein Au-pair Mädchen, das bei der bösen Witwe Knurrig und ihren drei schrecklichen Töchtern Medusa, Hecate und Dragonia landet. Sie wird von ihnen drangsaliert und herumgescheucht. Unterstützung und Hilfe erhält sie nur von der Katze, die auch die Rolle der Fee einnimmt. Als der Herold zu dem Haus kommt und alle zum großen Ball des Prinzen einlädt, beschafft die Katze Cinderella Kleid und Kutsche und ermöglicht ihr so die Teilnahme am Ball. Der Prinz ist von dem Fest und den Gästen wenig begeistert. Er langweilt sich zu Tode, bis plötzlich eine unbekannte Schöne – alias Cinderella dem Au-pair Mädchen - auftritt. Die beiden tanzen zusammen und haben keinen Blick mehr für den Rest der Gesellschaft. So hat die Katze mit ihren Kätzchen es auch schwer, Cinderellas Aufmerksamkeit auf sie und die verstreichende Zeit zu lenken. Schließlich bricht Cinderella als über Kopf auf und verliert einen ihrer Schuhe. Aber auch die drei schrecklichen Schwestern lassen alle etwas von ihrem scheußlichen Outfit zurück. Der Prinz macht sich am nächsten Tag mit dem Herold und den drei Oberbefehlshabern des Landes, die einen Narren an Medusa, Hekate und Dragonia gefressen haben, auf die Suche nach Cinderella. Die Schwestern erhalten gerechterweise ihre drei komisch-grotesken Ehemänner und Cinderella am Schluss den Prinzen.

Akteure:
Kinder und Jugendliche der Uckermark
Frank Zacher Dirigent
Ulla Theißen Regie
Dagmar Loewenberg Bühne/Kostüme
Roswitha Hindemith Bühne/Kostüme 
Anke Fischer Bühne
Angela Steer Choreographie 
Jana Frey Bewegungstraining
Dagmar Giese Stimmbildung / Einstudierung der Gesangspartien 
Guido Weber Beleuchtung
Preußisches Kammerorchester
Scott Curry Korrepetition
Michael Schuchhardt Maske
Frauke Kuhfuß-Knauer Produktionsleitung 

"Die Idee" von Gustav Holst · 2009

News:
Die Produktion der Kinderoper "Die Idee" von Gustav Holst, die die Uckermärkische Kulturagentur in Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule Uckermark im April 2009 in Prenzlau herausgebracht hat, ist Gewinner der Sparte Musiktheater / altersübergreifend bei dem bundesweiten Wettbewerb der Kulturstiftung der Länder.  "Die Idee" ist im Jahr 2009 das einzige Projekt aus ganz Brandenburg, das augezeichnet wurde.  In der Berliner Akademie der Künste wählten sie 20 innovative Kooperationsprojekte zwischen Künstlern und kulturellen Institutionen und Schulen in sieben Sparten zu den Preisträgern der erfolgreichen Bildungsinitiative der Kulturstiftung der Länder.  Rund 800 allgemeinbildende Schulen aus ganz Deutschland hatten sich mit ihren Projekten um die begehrten Auszeichnungen beworben; 31.000 Schüler aller Altersgruppen hatten aktiv an den kulturellen Bildungsangeboten teilgenommen.

Die Preise wurden am 21. September 2009 im Konzerthaus Berlin durch den Bundespräsidenten Horst Köhler in einem Festakt an die Schülerinnen und Schüler überreicht. mehr

Zum Stück:
Bei der Wahl des Stückes sind wir dieses Mal auf ein frühes Werk des englischen Komponisten Gustav Holst (1874–1934) gestoßen. Holst gilt neben Vaughan Williams als wichtigster englischer Komponist zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sein bekanntestes Werk ist "Die Planeten", welches auf den Spielplänen von Orchestern in der ganzen Welt steht. Seine komische Oper für Kinder "Die Idee" entstand bereits 1898 unter dem Eindruck der erfolgreichen Werke von Gilbert und Sullivan. Das charmante Stück sprüht vor englischem Humor und leicht beschwingter und dennoch anspruchsvoller Musik. Arien, Chansons,  Ensembles und Tänze werden von originellen Dialogen verbunden. Es lag bisher noch keine deutsche Fassung des Stückes vor, deshalb präsentieren wir die deutsche Erstaufführung der neuen Übersetzung von Ralf Nürnberger.

Handlung:
Der Premierminister ist von einer wundervollen Idee besessen, durch die er endlich Glück und Zufriedenheit für  die Bürger seines Landes erreichen will. Der König, die Königin und auch alle anderen sind begeistert. Aber nach  der Umsetzung der Idee stürzt das Volk in Unzufriedenheit und in ein großes Durcheinander. Alles hat sich  verändert, alle  Konventionen sind auf den Kopf gestellt und doch  hat  sich  nichts  wirklich zum  Besseren  gewandelt. Das Volk sammelt sich zur Revolte, aber sie werden durch das Versprechen des Premierministers, alles wieder in den vorherigen Zustand zu versetzen, besänftigt. Der Premierminister verspricht, niemals wieder  auch nur noch eine einzige Idee zu haben. Das Stück ist eine gelungene Mischung aus unterhaltsamer Komödie, politischer Farce und einer schalkhaften Auseinandersetzung mit moderner Kunst. Direkte Bezüge zur politischen Gegenwart gibt es in dem Stück nicht,  aber sie werden sich bei der Arbeit daran mit Sicherheit ergeben.

Akteure:
Kinder und Jugendliche der Uckermark
Frank Zacher Dirigent
Ulla Theißen Regie
Dagmar Loewenberg Bühne/Kostüme
Roswitha Hindemith Bühne/Kostüme
Angela Steer Choreographie
Jana Frey Bewegungstraining
Guido Weber Beleuchtung
Preußisches Kammerorchester
Scott Curry Korrepetition
Michael Schuchhardt Maske
Frauke Kuhfuß-Knauer Produktionsleitung 

"SchneeRot" · 2011

Zum Inhalt
Die Regisseurin und Theaterautorin Ulla Theißen hat auf der Basis des Grimmschen Märchens „Schneeweißchen und Rosenrot“ eine spannende und sehr unterhaltsame Entwicklungs- und Emanzipationsgeschichte der beiden Mädchen geschrieben. Das Stück bleibt dennoch märchenhaft, nicht alle Konflikte werden gelöst und einige Rätsel bleiben bestehen. Aber die Mädchen haben deutliche Züge von „modernen“ und (selbst-)kritischen Jugendlichen, die nicht jede Situation und jeden Lebensweg als naturgegeben betrachten.
Neben den Hauptfiguren gibt es noch sieben Zwerge, die unter der Knute des Hauptzwerges stehen und ebenfalls ihren eigenen Weg finden müssen. Die Natur wird lebendig durch zwei Rosenchöre, Tiere des Waldes und Schattenwesen, die bei den Begegnungen der Schwestern mit dem Zwerg deren Seelenlage widerspiegeln.
Musikalisch hat Gisbert Näther ein anspruchsvolles und doch kindgemäßes Werk geschaffen, in dem jazzige Rhythmen, Anklänge an moderne Harmonik und eingängige Melodien ineinander verwoben sind und den Figuren starke Charakterzüge verleihen. 
Auf der Bühne stehen ausschließlich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, im Orchestergraben spielt das Preußische Kammerorchester unter der Leitung von Frank Zacher zusammen mit fortgeschrittenen Instrumentalisten, hinter der Bühne agieren neben den Profis Jugendliche als Assistenten.

Termine:
29. Mai 11.00 Uhr Grabowschule Prenzlau (Premiere)
31. Mai 10.30 Uhr Historisches „U“ Pasewalk
08. Juni 10.30 Uhr Uckermärkische Bühnen Schwedt
14. Juni 10.00 Uhr Grabowschule Prenzlau
16. Juni 10.00 Uhr Grabowschule Prenzlau
Frank Zacher Musikalische Leitung
Ulla Theißen Regie
Liane Walther Co-Regie
Angela Steer Choreographie
Eckhard Reschat Bühne
Dagmarg Loewenberg, Roswitha Hindemith Kostüme
Frauke Kuhfuß-Knauer Produktionsltg./Dramaturgie
Michael Schuchhardt Maske
Rene Thomas Licht
Insa Bernds, Agi Nelken, Stefanie Wüst Musikalische Einstudierung

Schneeweiß: Anne-Kathrin Haase
Rosenrot: Hannah Walther
Mutter: Luise Strehlow
Zwerg: Laura Schneider
Bär: Dennis Engel
Kinder und Jugendliche der Region Chor und Tänzer
Preußisches Kammerorchester und Instrumentalisten der Kreismusikschule Uckermark
Eine Veranstaltung der Uckermärkischen Kulturagentur in Kooperation mit der Kreismusikschule Uckermark
Das Projekt wird von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Uckermark gefördert. Schirmherrin: Dr. Martina Münch