Jürgen Bischof


Mit Beginn der Schule begann seine Ausbildung im Fach Klavier, er sang im Kinderchor des Opernhauses Erfurt und sieben Jahre bei den Dresdner Kapellknaben an der Kathedrale der Elbestadt. Dort begann er auch mit dem Orgelspiel. Die Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar verließ er 1978 mit Diplom und Staatsexamen. Bereits 1980 übernahm er das Direktorat der Musikschule Prenzlau.

Nach der Kreisgebietsreform erfolgte 1995 die Berufung zum Kreismusikschuldirektor. 2022 beendete er als dienstältester Direktor einer kommunalen Musikschule in Deutschland mit Eintritt in die Regelrente seine Tätigkeit für diese kreisliche Bildungseinrichtung. Zudem übernahm er 1996 die Intendanz des Preußischen Kammerorchesters beim Landkreis Uckermark. Seit 2004 ist er Geschäftsführender Direktor der Uckermärkischen Kulturagentur gGmbH, die seit 2004 auch Träger des Preußischen Kammerorchesters ist.  Die Kulturagentur organisiert zudem den Uckermärkischen Orgelfrühling und ist Veranstalter des internationalen Bebersee Festivals.

1990 wurde Jürgen Bischof künstlerischer Leiter des Uckermärkischen Konzertchores Prenzlau sowie des Jugendchores am Gymnasium Prenzlau. 2004 gründete er den Kammerchor Prenzlau, der live im Rundfunk sang sowie erfolgreich Gastkonzerte im Rahmen von Musikfestivals im Schweriner Dom, im Collegium maius der Alten Universität Erfurt sowie in der Bach-Kirche Arnstadt gestaltete. Zu den Uckermärkischen Musikwochen 2019 führte der Kammerchor unter dem Titel „Revolutionen in der Vokalmusik“ Chorwerke der Renaissance und von Karl Jenkins den Zyklus ADIEMUS – Songs of Sanctuary auf.  Auch mit dem Konzertchor erarbeitete Jürgen Bischof ein vielseitiges Repertoire. Davon künden Aufführungen u.a. von Mahlers Auferstehungs-Sinfonie, Verdis, Mozarts und Rutters Requiem, der Grande Messe des Morts von Berlioz, der 9. Sinfonie von Beethoven, Dvořáks, Bruckners und Rejchas Te Deum, Bachs Weihnachtsoratorium und Johannes-Passion, Händels Der Messias sowie Carl Orffs Carmina Burana. Die Czardasfürstin, Die Fledermaus, Die lustige Witwe, die Oper Fidelio sowie Opernszenen von Lortzing, Smetana, Verdi und Wagner erarbeitete er für konzertante Aufführungen.

Jürgen Bischof initiierte und leitete auch ganz unkonventionelle Programme, so mit Filmmusik, extra arrangiert für Orgel, Chor und Orchester, aus Star Wars, Schindlers Liste, Fluch der Karibik und Amadeus. Im Auftrag der Uckermärkischen Bühnen Schwedt (ubs.) übernahm er die Auswahl und Leitung der Projektchöre für die Produktionen Im weißen Rössl (2011) und des Cross-over-Musicals Amore mio - Das Figarokomplott (Uraufführung 2016) sowie des Schauspiels mit Musik Wie im Himmel von Kay Pollak (2018). Zurzeit bereitet er den Projektchor für die Uraufführung des Musicals Adams Äpfel an den ubs. vor, Premiere ist im März 2023. Kontinuierlich pflegt Jürgen Bischof A-Cappella-Kompositionen aller Epochen.

Mit seinen Ensembles gastierte er in Italien sowie Frankreich, Bulgarien, Karelien, mehrmals in Russland, Polen, Litauen und in der Schweiz. Auch durch Gastdirigate von Chören in Polen, Österreich, der Schweiz und Russland ist er hervorgetreten. Zahlreiche CD-, DVD- und Funkproduktionen standen und stehen unter seiner musikalischen Leitung, zuletzt die Alben Romantik pur – Werke für Orgel und Orchester sowie Prenzlau Classics – Chöre aus Kantaten und Oratorien sowie Musik zur Abendstunde – mit Volks- und Abendliedern. Im September 2021 leitete er eine CD- Aufnahme mit dem Preußischen Kammerorchester unter Mitwirkung von Solisten aus Polen und Deutschland sowie dem Prenzlauer Kantor Hannes Ludwig in der Prenzlauer Marienkirche.

Jürgen Bischof ist Gründungsmitglied des Vereins Uckermärkische Musikwochen und des Prenzlauer Rotary Clubs. Er ist Initiator und Förderer zahlreicher Musikreihen und von Benefizkonzerten zugunsten sozialer und denkmalpflegerischer Projekte in Brandenburg und Thüringen. Seit 2004 ist er Mitglied im Künstlerischen Beirat des Internationalen Chorfestivals Stettin und des Internationalen Chorfestivals Moskau. Dort leitet er seit 2013 regelmäßig Seminare zur Deutschen Chormusik.

Für seine künstlerische Arbeit wurde er vor und nach der gesellschaftlichen Wende mehrfach ausgezeichnet, so u.a. 1982 als Ensembleleiter mit der Goldmedaille der Arbeiterfestspiele, 1984 mit dem Fritz-Reuter-Kunstpreis und dem Orden Banner der Arbeit des DDR-Staatsrates sowie 2002 mit dem Kulturpreis der Stadt Prenzlau. 2014 nahm er auf Einladung an einem Empfang des Präsidenten der Russischen Föderation im Georgssaal des Kremlpalastes teil. 2015 wurde ihm das Ehrendiplom des Polnischen Chor- und Orchesterverbandes verliehen. Das Gouvernement Samara ehrte ihn 2016 für seine Initiativen und seinen Beitrag in den kulturellen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland.

2022 wurde Jürgen Bischof für seine „besonderen Verdienste um Volk und Staat“ von Bundespräsident F.-W. Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.